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Texte von und über Hans Haid


„Bunter Hund“ aus Tirol. Ein Interview mit Hans Haid

Interview mit Hans Haid im Bildatlas Nr. 319 TIROL 2008

Ein Auszug:

(...)

Sie haben viel über die Gletscher Ihrer Heimat publiziert, die nach Süden hin wie ein unüberwindbarer Sperrriegel erscheinen. Dem ist aber nicht so?

Keineswegs. Die Berge und Gletscher waren und sind keine Hindernisse im Nord-Süd-Verkehr. Sie wurden über Jöcher bezwungen, die bis zu 3000 Meter hoch sind. Man hat nachgewiesen, dass einige Wege schon vor 9000 Jahren, also lange vor dem Ötzi, begangen wurden. Später wurden sie für Wallfahrten genutzt. Zu „Unserer Lieben Frau im Schnalstal“ in Südtirol pilgerten einst auch Gläubige aus Bayern, und über das Niederjoch führte einst ein Jakobsweg. In unsicheren Zeiten oder zu Kriegszeiten ist man nicht über Reschenpass und Brenner gegangen, sondern man ist ausgewichen. Im hintersten Ötztal ging es am besten.

(...)

Sie kritisieren immer wieder den „harten Tourismus“, wie er im Winter in manchen Orten Tirols stattfindet.

Wenn man in einem ökologisch so sensiblen Naturraum lebt wie dem Hochgebirge, muss man mit den Ressourcen besonders vorsichtig umgehen. Deshalb warne ich auch so vor der Erschließung der letzten Gletscher für den Sommerskilauf, wie jetzt am Gepatsch-Ferner [im benachbarten Kaunertal] wieder geplant. Man will die Natur überwinden, nachdem man sich ihr jahrtausendelang gebeugt hat! Das ist ein Sakrileg. Es ist ein Denken nach dem Prinzip: Alles ist machbar, wir können alles kaufen. Umso wichtiger ist es zu erkennen, wo die Grenze ist. Mit vielen Diskussionen haben wir da schon einiges erreicht.

(...)

In Tirol ecken Sie mit Ihrer Kritik am Massentourismus oft an. Nun hat Ihnen der österreichische Bundespräsident 2007 den Ehrentitel „Professor“ verliehen. Was bedeutet Ihnen diese Ehrung?

Die Anerkennung aus Wien ehrt mich sehr. Man hat überlegt, wie man mich bezeichnen soll. Und ist auf „Kulturvermittler“ gekommen. Das bedeutet mir sehr viel.

Dazu gibt es einige Empfehlungen „von und zu Hans Haid“:

Essen: In der Berghütte „Gampe Thaya“ bei Hochsölden stehen praktisch nur einheimische Spezialitäten auf der Speisekarte (im Skigebiet Sölden-Hochsölden).

Hütte/Wanderung: Die Erlanger Hütte des Alpenvereins ist eine Vorzeigehütte mit Bio-Lebensmitteln. Sie liegt oberhalb von Umhausen auf 2550 m Höhe in einem herrlichen Wandergebiet am Wettersee (geöffnet von Ende Juni bis Mitte September).

Ereignis: Die Schafübertriebe von Südtirol ins Hintere Ötztal (Mitte Juni) und zurück (Mitte September) sind einzigartig in Europa. Guter Beobachtungspunkt ist die Similaun-Hütte.

Zum Weiterlesen und -hören: die Bücher von Hans Haid und die Doppel-CD „musica alpina“ V & VI – Ötztaler Alpen.

Weiters bietet der Bildatlas Nr. 319 TIROL Beiträge und viele Fotos aus verschiedenen Teilen Tirols mit Infos zu Sehenswürdigkeiten, Hotels, Aktivitäten, Restaurants. ... und Kulinarisches: Edelbrände, Köstliches vom Lamm, Ziegenkäse, Süßes

Quelle: Bildatlas Nr. 319 TIROL, HB-Verlag, Ostfildern, 2008, S. 88-89