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Texte von und über Hans Haid


„Der Landschaft zuhören können“

Artikel über Hans Haid
In: Die Wildspitze. Zeitschrift für das intensive Erleben des Ötztals. Nummer 1, Oktober 2009 (S. 12-13)


Der Ötztaler Volkskundler Hans Haid hat ein Faible für magische Orte. Er liebt die Landschaft seiner Kindheit, das Tal, das hinauf nach Vent führt.

Titel der Zeitschrift: Die Wildspitze

Hans Haid liebt das Venter Tal, er hat sich hier einen Platz zum Leben gesucht. Der Volkskundler und Schriftsteller, der Bauer, Mundartdichter und Querkopf ließ nicht locker, bis er, der Längenfelder, den Hof „Roarle“, weit oben im Venter Tal, erwerben durfte, einen Hof, der im Berghofkataster die höchste Punktzahl erreicht, sprich schwierigste Bedingungen, um den Hängen rundherum abzutrotzen, was Mensch und Tier zum Leben brauchen.

Haid ist ein sensibler Mensch, er sucht Plätze, deren Energien außergewöhnlich sind. Er geht, „weglos“, wie er sagt, über die Felder, die Wiesen, die Fluren, um Orte zu erspüren, die etwas Besonderes sind. Er fand Steinmännchen, weit weg von den touristischen Routen, Steinformationen an besonderen Plätzen, er fand Steine, die zum Sitzen einluden, die außergewöhnliche Kerben, Mulden, Schalen hatten, und er fügte das, was er über die Landschaft wusste, zusammen mit dem, was er spürte.

Zwar pocht Haid darauf, kein „Geomant“ zu sein, keiner, der „hellsehen“ könnte oder die Zeichen der Erde so deuten, dass daraus Botschaften abzuleiten wären, aber er verfügt über die Ruhe, seiner Landschaft zuhören zu können: der Landschaft, in der er seine Kindheit verbrachte; dem Tal, aus dem seine geliebte Großmutter stammt; dem Land, das Haid als seine „echte Heimat“ bezeichnet.

Die Kirche von Heiligkreuz ist ein Symbol für Haid, ein Symbol der Spannung, der vielfältigen Energien. Sie steht, unmittelbar neben einem jetzt nicht mehr vorhandenen Steinkreis und etwas oberhalb der Kirche heißt ein mächtiger Felsen mit Schalen und Rinnen der „Teufelsstein“. Ein Platz, wie Haid sagt, der mindestens „kulturell“, wenn nicht sogar „kultisch“ aufgeladen ist.

Hand Haid pendelt zwischen Ötztal Bahnhof und seinem Hofe „Roarle“. Er ist ein Kämpfer. Er will, dass auch das Abseits seinen Wert behält, soll heißen: Auch die Kinder seiner Kinder sollen am angestammten Platz ihren Kindergarten, ihre Schule haben, und im Kampf um den Status seiner Landschaft lehnt sich Hans Haid weit aus dem Fenster, um gleich darauf am Platz, den er liebt, die Kraft zu schöpfen, die er dafür braucht.

Zeitschrift Die Wildspitze