Texte von und über Hans Haid
Von den Namen einiger Berge im Wirkungsbereich der Sektion Berlin in den Ötztaler Alpen
In: 100 Jahre Brandenburger Haus 1909-2009. Heft 4 der Schriftenreihe der DAV Sektion Berlin, Beilage der Sektionszeitschrift Berliner Bergsteiger und Sonderdruck, 2009 (S. 26-27)Es ist eine überaus faszinierende Spurensuche nach dem Herkommen der vielen Namen für Orte, Almen, Joche und Berge im hinteren Ötztal, vor allem im Bereich rund um Vent. Die erste Karte des Gebietes, in der erstmals eine Reihe von Bergen, Joche und Orten dieser Region eingetragen sind, stammt von Peter Anich. Er hat sie ungefähr um 1760 erstellt. Dort finden sich im näheren und weiteren Wirkungsbereich der Sektion Berlin unter anderem die Namen „Vender“ für Vent, Rofen, Marzell, Mittmoll (für Mutmal), Fluchtkogel, Proch Kogl und „Samair“ (für Samoar). Einer der ersten Autoren, der über diese Gegend schreibt, ist Pater Placidus Spescha aus Graubünden. In seinem 1823 herausgegebenem Buch „Beschreibung der Alpen, vorzüglich der höchsten“, schreibt er von der Ürl- oder Wildspitz im Mittelpunkt des großen Gebatsch-Glätschers, der zwischen dem In- und Aetsch-Thal liegt... Der Name „Url“ oder auch „Ürl“ ist komplett in der Versenkung verschwunden.
Firmisan Schalf Ramol Mutmal Similaun Tribulaun Murzoll Finail
Zu den ersten wissenschaftlich orientierten Alpinisten gehört Karl Sonklar Edler von Innstädten, der im Jahre 1861 in Gotha sein wichtiges Buch „Die Oetzthaler Gebirgs-Untersuchungen“ herausgegeben hat. Im Jahre 1865 bezieht sich Franz Senn mehrmals lobend auf dieses Standardwerk. Sonklar als damals bester Kenner des Gebietes hat sich dann im Jahrbuch des Österreichischen Alpen-Vereines im Band 6 von 1870 als erster mit einigen Bergnamen auseinandergesetzt. Er erkennt auch als Erster die faszinierende Altertümlichkeit einiger Berge:
Was die Namen Firmisan, Schalf, Ramol, Mutmal, Similaun, Tribulaun, Murzoll, Finail usw. betrifft, so sind das Ueberbleibsel einer alten, in diesen Gegenden längst verklungenen Sprache. (S. 332) Sonklar beißt sich geradazu fest am „Marzell“. Er will nicht haben, dass es „Marzell“ bzw. „Marcell“ heißen darf, sondern „Murzoll“ und/oder „Murzall“ heißen soll, weil er das so von den Schnalsern gehört habe. Auch, so schreibt er, habe er das so auch in Vent gehört. Da hat sich der Herr Sonklar aber in ein namenkundliches Wespennest gesetzt. Scharf und pointiert entgegnet Franz Senn der „Zeitschrift des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins 1870/1871“. Franz Senn berichtigt: Ebenso falsch ist der Volkssprache gemäß Murzoll’ geschrieben. Und dann rechtfertigt sich Senn: Wenn man den Dialekt versteht, so bestätigt derselbe nicht v. Sonklars, sondern unsere Version. Die Ötztaler sagen Marzall, wobei das erstere ‚a’ einen Klang zwischen ‚o’ und ‚a’ hat... Wenn Herr v. Sonklar in Vent so fleissig Dialektforschungen gemacht hat, wie er angibt, so hätte er das hören müssen... Wenn ferner Herr v. Sonklar von den Schnalsern Murzall glaubt gehört zu haben, so dürfte dieses wohl einem Gedächtnisfehler anzurechnen sein. Senn, der brave Katholik und Kurat von Vent, versteigt sich dann auch der These, „Marzell“ wäre vergleichbar und somit in Verbindung zu bringen mit „Maria Zell“.
Murzol
Es hat die deutsche Schriftstellerin Wilhelmine von Hillern in ihrem erfolgreichen, ab 1874 in mehreren Auflagen erschienenen Roman „Die Geier Wally“ den Namen „Murzol“ übernommen. Beim Namensforscher Karl Finsterwalder findet sich auch noch im Jahrbuch des Österreichischen Alpenvereins vom Jahr 1949 auf Seite 39 der Hinweis, es müsse richtig „Marzöl“ heißen und wäre aus ‚mariciolu’ über romanisch „mara“ = Mure abzuleiten.
Samoar
Ein anderer Streitpunkt zwischen Sonklar und Senn ist der Ursprung des Flur- und Bergnamens „Samoar“. Da hat Franz Senn, der katholische Geistliche, offensichtlich danebengegriffen, wenn er meint, die Entstehung dieses Wortes dürfte, wie die Sage berichtet, einem Bildstöckl mit dem Muttergottesbilde, welches bei dieser Hütte stand, zuzuschreiben sein. Sanmoar wäre demnach ebensoviel wie Santa Maria. Da hat wieder Sonklar recht, wenn er „Samoar“ zu den Beispielen von längst verklungener Sprache rechnet. Der bei Peter Anich angeführte Begriff „Samair“ ist offensichtlich falsch oder ist in Vergessenheit geraten. Oswald Redlich hat dann in seinem Aufsatz „Über Ortsnamen der östlichen Alpenländer und ihre Bedeutung“ in der Zeitschrift des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins von 1897 auf Seite 76 auch auf widersprüchliche Angaben hingewiesen. Für Redlich ist „Samoar“ aber romanisch, ebenso wie Rofen. Das ist aber auch nicht (ganz) richtig. Es klingt romanisch wie bei sehr vielen Berg- und Flurnamen von den Ötztaler Alpen bis hinein nach Graubünden und in den Dolomiten. Es ist sicher, dass die alten Namen von den Rätoromanen übernommen worden sind. Sie entspringen aber wie Sonklar als Erster erkannt hat einer alten und in diesen Gegenden längst verklungenen Sprache.
Illyrische oder urrätische Sprachwurzeln?
Erst allerneueste, sprachlich interdisziplinäre und internationale Forschungen bringen vielleicht neues Licht in dunkle Jahrtausende. Auch der bekannte Tiroler Historiker Otto Stolz hat in seinem Aufsatz zur „Geschichtskunde von Vent und Rofen“ in der 1939 erschienenen Festschrift „Das Ventertal“, herausgegeben vom „Zweig Brandenburg“ des Deutschen Alpenvereins, festgehalten, dass es sich teilweise um Namen „illyrischer oder urrätischer“ Sprachwurzeln handeln würde.
Präindoeuropäische bzw. präindogermanische Wurzeln
Vor allem durch seine Publikation „Les Alpes & leurs noms des lieux. 6000 ans d’histoire, les appellations d’origine pré-indo-européenne“ hat der in der Nähe von Grenoble lebende Kulturforscher Paul-Louis Rousset etwas Licht in die geheimnisvolle Welt alter Sprachen und Bergnamen gebracht. Was vorher diffus als „illyrisch“ oder gar als „romanisch“ oder einer längst verklungenen Sprache zugeordnet wird, ist zu einem wesentlichen Teil präindoeuropäisch bzw. präindogermanisch und gehört nicht den romanischen, slawischen, germanischen und keltischen oder anderen dort zugeordneten Sprachen an. Es kann „rätisch“ sein.
„Rätoromanisch“ ist eine Verbindung von rätisch mit romanisch. Rousset baut seine Analyse fast ausschließlich an Beispielen aus den Westalpen auf, verweist aber mit wenigen Beispielen auf die Ostalpen: Hier nennt er auch Vent und den Vinschgau. Vor allem kann jetzt die Wurzel des mächtigen Berges Mutmal einigermaßen glaubhaft erschlossen werden. Mutmal ist präindoeuropäisch und heißt „Berg-Berg“, zusammengesetzt aus „Mut“ und „Mal“. Beides bedeutet Berg. Der Bergname ist somit mindestens 5000 bis 6000 Jahre alt. Somit kann auch der häufige Berg- und Flurname „Mut“ besser entschlüsselt werden. Manche Forscher haben den Bergnamen erklärt als „Böser Berg“.
Similaun
Neben der Mutmalspitze ragen die Marzell-Spitzen auf und vor allem auch der Similaun. Die bisher erste durchaus glaubhafte und sprachgeschichtlich bedeutsame Interpretation stammt vom international anerkannten Schweizer Kulturforscher Kurt Derungs. Im Buch „Magische Stätten der Heilkraft“ (2006 in seinem Verlag edition amalia erschienen) erklärt er: Glücklicherweise kennen wir den Namen des mythischen Berges: Similaun. Dieser dürfte auf ein alten Samaluana zurückgehen, worin drei Wortwurzeln zu erkennen sind: sam-alu-ana. Sam bedeutet weiß, glänzend, alu ist göttlich bzw. Göttin und ana der Eigenname der Ahnfrau, nämlich Ana. Eine mögliche Variante ist sama-alu-ana, wobei sama Himmel oder Anhöhe bedeutet. Similaun wäre dann wortwörtlich die Himmelsgöttin Ana. Auch ein sammal-ana weißer Felsberg Ana ist erwägbar. Damit bewegt sich der Name der Berggöttin in diesem alteuropäischen Umkreis. (S. 93). Das „sam“ könnte auch in „Samoar“ stecken.
Im näheren und weiteren Wirkungsbereich der Sektion Berlin sind bisher nur einige Bergnamen halbwegs zufrieden stellend geklärt worden. Der Tiroler Forscher Karl Finsterwalder hat im Venter Tal folgende Berg- und Flurnamen gedeutet bzw. zu deuten oder zuzuordnen versucht:
Vernagt Taleit Latsch Samoar Ramol Marzell Rofen Mutmal Gepatsch Tisenjoch
Vernagt: „wohl zu rovina“ = Mure; Taleit: vielleicht abzuleiten aus „taeduletum“ = Ort mit Kienholz, Föhrenholz; Latsch: zum häufigen Flurnamen „vallacia“ = Hochtal; Glaseir: zum romanischen Wort „clausura“ = Eingang, umzäuntes Grundstück; Samoar: aus „sagmuria“ = Saumweg; Ramol: aus „ru malu“ = Übelbach; Marzell: aus „mariciolu“ und zu „mara“ = Mure; Schalf: aus „sax alf“ = weißer Fels; Rofen: aus „rovina“ = Mure; Mutmal: aus „muta mala“ = übler Berg. Keine dieser Deutungen ist zufrieden stellend. Keine zufrieden stellende Deutung habe ich von „Gepatsch“ bzw. dem „Gepatschferner“ bekommen. Vielleicht steckt dort das alte „gheppio“ für den Weiher bzw. „gheppagio“ = Sumpf. „Glaseir“ ist identisch mit den Bezeichnungen für Gletscher in italienischen und französischen Gebieten der Alpen. Überaus geheimnisvoll wird es beim „Tisenjoch“. Es müsste als „Joch der Disen“ verstanden werden. Die Disen sind uralte, präindoeuropäische und dann auch von den Kelten übernommene Göttinnen. Es sind gleichermaßen „Ahninnen“ und Schutzgöttinnen. Richtig müsste es also „Disenjoch“ heißen. Die alte Kultstätte der Göttin ist der Fundort des „Ötzi“, der vor ca. 5300 Jahren, also in eindeutig präindoeuropäischer Zeit gestorben ist. Es kann sein, dass dieser weltberühmte „Ötzi“ in bereits perfekt mumifiziertem Zustand (von den Göttinnen?) möglicherweise rituell auf dem Joch bestattet worden war.
Gletscher als Reich der Göttinnen
Unter den großen Gletschern der Ötztaler Alpen, unter Vernagtferner, Gurgler Ferner und Langtauferer Ferner liegen nach der Sage die verschwundenen Städte Onanä, Tanneneh und Dananä. Es sind also die alten Bergorte der Göttin Dana. Dahinter steht eine (d)ana und das ist die „uralte allgemein europäische Göttin Dana, die als ‚Ana’ oder ‚Anna’ in vielen Versionen weit über Europa hinaus als Urgöttin und große Mutter bekannt ist.
Uralte Kult- und Kulturregion
Was sich anhand der alten Berg- und Flurnamen jetzt erschließen lässt, ist ein weiterer Nachweis für die Nutzung dieser Region durch weit mehr als 6000 Jahre, als uralte Kult- und Kulturregion sogar durch fast 10.000 Jahre. Das beweisen eine ganze Fülle neu erschlossener Fakten der Ur- und Frühgeschichte. In dieses 10.000 alte Kultur-Feld sind jetzt die Alpenvereine als sensible Bewahrer und Beschützer eingebunden. Das ist eine überaus hohe Verantwortung. Der Wirkungs- und Tätigkeitsbereich der Sektion Berlin in den Ötztaler Alpen ist das reihhaltigste Gebiet der ur- und frühgeschichtlichen Nutzung der gesamten Ötztaler Alpen und eine der reichsten des ganzen Alpenraumes. Kaum anderswo hat sich eine solche Fülle an geheimnisvoll klingenden Namen erhalten. Kaum anderswo gibt es eine solche Häufung und Konzentration an Sagen und mythischen Frauengestalten. Unvergleichlich ist zudem die Fülle an archäologischen Fundstellen. Kaum irgendwo anders finden wir eine solche Fülle geheimnisvoller alter und ältester Bergnamen.
Literaturangaben:
- Kurt Derungs/Isabelle M. Derungs: Magische Stätten der Heilkraft. Edition amalia, CH Grenchen, 2006
- Placidus Spescha: Beschreibung der Alpen, vorzüglich der höchsten. Chronos, Zürich, 2002
- Paul-Louis Rousset: Les Alpes & leurs noms des lieux. 6000 ans d’histoire, les appellations d’origine pré-indo-européenne. Meylan und Grenoble, 1988
- Karl Sonklar Edler von Innstädten: Oetzthaler Gebirgsgruppe mit besonderer Rücksicht auf Orographie und Gletscherkunde nach eigenen Untersuchungen. Perthes, Gotha, 1861
- Oswald Redlich: Über Ortsnamen der östlichen Alpenländer und ihre Bedeutung. In: Zeitschrift des deutschen und österreichischen Alpenvereins. Graz, 1897
- Karl von Sonklar: Über einige Namen im Gebirge. In: Jahrbuch des Deutschen und Österreichischen Alpen-Vereins, Wien, 1870 (S. 332)
- Franz Senn: Die Kreuzspitze. In: Zeitschrift des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, 1870/71
- Karl Finsterwalder: Zur Namens- und Siedlungsgeschichte des inneren Ötztales. In: Jahrbuch des Österreichischen Alpenvereins, 1949, S. 38ff
- Heide Göttner-Abendroth: Auf den Spuren von Ötzis Göttin. Zur Kulturepoche der Jungsteinzeit in den Ötztaler Alpen. In: Planet Alpen, Ötztal, 2002 (speziell über Disen und Dana)
- Otto Stolz: Geschichtskunde von Vent und Rofen. In: Das Venter Tal. Herausgegeben von der Sektion Mark Brandenburg des Deutschen Alpenvereins. Bruckmann, München, 1939
- Hans Haid: Mythen der Alpen. Böhlau, Wien-Köln-Weimar, 2006
- Hans Haid: Ötzis Göttinnen. Auf den Spuren von Sagen zu Stätten matriarchaler Kulturen in den Ötztaler Alpen. In: „Berg 2004“, Alpenvereinsjahrbuch 2004, Band 124
Fotos von oben nach unten (alle Fotos: Hans Haid):
- Schalfkogel (Mitte) und Firmisanschneide (rechts) von der Gurgler Alm.
- Similaun von der Kaser im Niedertal bei Vent.
- Steinmänner und Reste einer runden Steinhütte im Tisental.







Zu den ersten wissenschaftlich orientierten Alpinisten gehört Karl Sonklar Edler von Innstädten, der im Jahre 1861 in Gotha sein wichtiges Buch „Die Oetzthaler Gebirgs-Untersuchungen“ herausgegeben hat. Im Jahre 1865 bezieht sich Franz Senn mehrmals lobend auf dieses Standardwerk. Sonklar als damals bester Kenner des Gebietes hat sich dann im Jahrbuch des Österreichischen Alpen-Vereines im Band 6 von 1870 als erster mit einigen Bergnamen auseinandergesetzt. Er erkennt auch als Erster die faszinierende Altertümlichkeit einiger Berge:
Neben der Mutmalspitze ragen die Marzell-Spitzen auf und vor allem auch der Similaun. Die bisher erste durchaus glaubhafte und sprachgeschichtlich bedeutsame Interpretation stammt vom international anerkannten Schweizer Kulturforscher Kurt Derungs. Im Buch „Magische Stätten der Heilkraft“ (2006 in seinem Verlag edition amalia erschienen) erklärt er: Glücklicherweise kennen wir den Namen des mythischen Berges: Similaun. Dieser dürfte auf ein alten Samaluana zurückgehen, worin drei Wortwurzeln zu erkennen sind: sam-alu-ana. Sam bedeutet weiß, glänzend, alu ist göttlich bzw. Göttin und ana der Eigenname der Ahnfrau, nämlich Ana. Eine mögliche Variante ist sama-alu-ana, wobei sama Himmel oder Anhöhe bedeutet. Similaun wäre dann wortwörtlich die Himmelsgöttin Ana. Auch ein sammal-ana weißer Felsberg Ana ist erwägbar. Damit bewegt sich der Name der Berggöttin in diesem alteuropäischen Umkreis. (S. 93). Das „sam“ könnte auch in „Samoar“ stecken.
Vernagt: „wohl zu rovina“ = Mure; Taleit: vielleicht abzuleiten aus „taeduletum“ = Ort mit Kienholz, Föhrenholz; Latsch: zum häufigen Flurnamen „vallacia“ = Hochtal; Glaseir: zum romanischen Wort „clausura“ = Eingang, umzäuntes Grundstück; Samoar: aus „sagmuria“ = Saumweg; Ramol: aus „ru malu“ = Übelbach; Marzell: aus „mariciolu“ und zu „mara“ = Mure; Schalf: aus „sax alf“ = weißer Fels; Rofen: aus „rovina“ = Mure; Mutmal: aus „muta mala“ = übler Berg. Keine dieser Deutungen ist zufrieden stellend. Keine zufrieden stellende Deutung habe ich von „Gepatsch“ bzw. dem „Gepatschferner“ bekommen. Vielleicht steckt dort das alte „gheppio“ für den Weiher bzw. „gheppagio“ = Sumpf. „Glaseir“ ist identisch mit den Bezeichnungen für Gletscher in italienischen und französischen Gebieten der Alpen. Überaus geheimnisvoll wird es beim „Tisenjoch“. Es müsste als „Joch der Disen“ verstanden werden. Die Disen sind uralte, präindoeuropäische und dann auch von den Kelten übernommene Göttinnen. Es sind gleichermaßen „Ahninnen“ und Schutzgöttinnen. Richtig müsste es also „Disenjoch“ heißen. Die alte Kultstätte der Göttin ist der Fundort des „Ötzi“, der vor ca. 5300 Jahren, also in eindeutig präindoeuropäischer Zeit gestorben ist. Es kann sein, dass dieser weltberühmte „Ötzi“ in bereits perfekt mumifiziertem Zustand (von den Göttinnen?) möglicherweise rituell auf dem Joch bestattet worden war.