Texte von und über Hans Haid
Schlafende Löwin
Rezension über „Mythos Lawine“ und Interview mit Hans HaidVon Susanne Gurschler
Ein Auszug:
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Der Tiroler Autor, Biobauer, Volkskundler und Querdenker Hans Haid, der im Feber seinen 70. Geburtstag feiert, hat ihr nun ein Buch gewidmet. In „Mythos Lawine eine Kulturgeschichte“ macht er sich auf die Suche nach historischen Zeugnissen des gewaltigen Naturphänomens, das entsetzt und fasziniert zugleich. Er durchforstet Archive und Bibliotheken, Sachliteratur und Belletristik, Chroniken und Zeitzeugenberichte, religiöse Riten, Bräuche und Sagen nach Spuren und Zeugnissen. Und er lässt den Leser teilhaben an seiner Recherche, die ihn von Frankreich über Italien, die Schweiz und Österreich bis nach Slowenien führt. Er zeigt, wie die Menschen über Jahrhunderte mit der ständigen Bedrohung gelebt haben; er zeigt auch: Unsere Vorfahren waren nicht immer vorsichtig und auch nicht zimperlich im Umgang mit der Natur und setzten damit ihr Leben aufs Spiel.
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Interview
SAISON: Was hat Sie bewogen, eine Kulturgeschichte der Lawine zu schreiben?
Hans Haid: Mich haben immer die verschiedenen Teile der Kulturgeschichte der Alpen interessiert, und zwar vergleichend und grenzüberschreitend. Wenn man sich mit dem Alpenraum beschäftigt, stößt man unweigerlich auf Unglücke, auf so genannte Katastrophen. Die Bevölkerung hat in der Überlieferung übrigens nie von Katastrophen, immer von Naturereignissen gesprochen. Die gehörten zum Leben im alpinen Raum einfach dazu.
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SAISON: Bei Lawinenunglücken heißt es oft, die Natur schlägt zurück. Ist das ein Naturbild, das wir korrigieren müssen?
Haid: Ja, und zwar ganz dringend. Gerade im Sprachgebrauch könnte man da viel machen. Ständig ist die Rede von den „Montes horribiles“, den schrecklichen Bergen, von der Eroberung der Berge, von Katastrophen. Wir sollten mehr Respekt vor der Natur haben, zurück zu einem behutsamen, besinnlichen Begehen des Alpinen, mit Themenwanderwegen etwa, bei denen man etwas über die alten Sagen und Mythen erfährt. Die Berge als heilig zu betrachten, das täte auch dem Tourismus gut. Zu spät ist es dafür noch nicht.
Mehr Infos zum Buch „Mythos Lawine“
Quelle: SAISON Tourismusmagazin - Winter/Frühling 2008, S. 36-39






