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Texte von und über Hans Haid


Weihnachtsbotschaft 2010


liebe verwandte, freunde, partner und sympathisanten,

ich wünsche auf diesem wege besinnliche feiertage, stille stunden und einen hofnungsvollen start ins neue jahr! a weag wöll und innwendig innhn.

ich danke rundherum für das mitmachen und miterleben. die offizielle überreichung des erstmals vom land tirol vergebenen literaturpreises „otto grünmandl“ im tiroler landhaus am 1. märz 2010 ist ein ereignis der extraklasse gewesen; auch wegen der überaus großen zahl der mitfeierenden verwandten, der freunde und freundinnen aus den bereichen der kultur, der wirtschaft, der politik, des tourismus. meine „dankrede“ kann ich jederzeit auf wunsch zusenden. sie ist auch in der 60 seiten umfassenden dokumentation unter dem titel „von 60 jahren sammel-leidenschaft zum gedächtnisspeicher ötztal“ enthalten, meiner „promemoria“, die von annemarie doblander und meiner tochter barbara zusammengestellt worden ist. die broschüre kann um 10 euro bei mir über die adresse riedernstraße FVJ 1, a- 6430 ötztal bestellt werden. ein außergewöhnliches SALL-WÖLL-FEST, beispielhaft schön von PRO VITA ALPINA mitorganisiert (dank an florentine prantl und britta fugger!), hat es am 29. november in telfs/ze talfes/tirol gegeben. die ÖTZTALER MUNDART ist als eines der elf projekte in die diesjährige UNESCO-liste „immaterielles kulturerbe“ aufgenommen worden. immerzu SALL WÖLL! unser projekt ist am meisten diskutiert und bejubelt worden.

im april 2010 habe ich meine literarische sammlung dem forschungsinstitut BRENNER ARCHIV der universitäüt innsbruck als „vorlass“ übergeben. im laufe des sommers und des herbst 2010 habe ich einen teil der „sammlung haid“, des „ötztal-archiv“ und der sammlung „alpenakademie“ in den „GEDÄCHTNISSPEICHER“ in längenfeld-lehn zur weiteren nutzung und zur archivierung übergeben können. ich danke meinem namenkollegen (ohne verwandtschaft) direktor hans haid, dem obmann des ötztaler heimat-und freilichtmuseums und meiner mitarbeiterin bis ende dez. 2010,  frau mag. annemarie doblander.

es gab und gibt erfreuliches, hoffnungsvolles, aber auch deprimierendes, frustrierendes. erfreulich sind für mich die beiden neuen bücher „naturkatastrophen in den alpen“ bei haymon und „das schaf. eine kulturgeschichte“ bei böhlau. ganz besonders spannend ist der 25-minuten-beitrag in der serie „wir sind österreich“ in servus-tv am 9. oktober 2010 unter dem titel „der kämpferische volkskundler“.

bereits fixiert für 2011 ist  das erscheinen meines neuen romans unter dem titel „DIE LANDGEHERIN“ im haymon-verlag mit ereignisen und erlebnissen in nord-und südtirol; rund um die ANA, die „rusilana“ und die „landgehersippe“.

bis zum sommer 2011 fertigstellen will ich das ÖTZTAL-LESEBUCH II als band 25 der schriftenreihe des ötztal-archiv. die 5000 euro vom grünmandl-preis sind dann komplett aufgebraucht. in dieser publikation wird es einige überraschende und spannende beiträge geben unter anderem über „schwere zeiten“ 1930 bis 1945 mitsamt der „widerständigkeit“ mit den „buchstabillern“ von längenfeld, den gigantischen nazibauwerken, über die „wasserbegehrlichkeiten ab 1930“. dazu neues zum ÖTZI, von inzwischen zahlreichen archäologischen funden einer 10.000-jährigen nutzung der ötztaler alpen. nahezu unbekanntes gibt es über den nobelpreisträger von 1974, friedrich von hayek, über den „garten eden“, über die „eistherapie am ferner“ und was zuckmayers „teufels general“ mit vent zu tun haben könnte. dazu poetisches und wie uns franz senn ermutigt hat: joo nit lugge lossn.

dieses NITT LUGGE LOSSN gilt für einige meiner projekte und ideen im bereich der ötztaler und stubaier alpen. so müßte mit allen gemeinsamen kräften das projekt „HAUS DER NATUR & KULTUR“ (anstelle dem vom land tirol vorgesehenen „naturparkhaus“) endlich weitergeführt werden, unter anderem mit den stationen in lehn, vent und gurgl.  das gilt auch von der idee der neuen und zugleich der weltweit ersten  grenzüberschreitenden hochgebirgs-biosphäre der UNESCO. leider ist es trotz mehrmaliger versuche nicht gelungen, die beiden seit jahren vergriffenen mappen der grenzüberschreitenden themenwege „archäologische wanderwege“ („ auf den spuren des mannes aus dem eis“) und „natur und kultur in den ötztaler und stubaier alpen“ zu überarbeiten und neu aufzulegen. für grenzüberschreitende projekte und ideen gibt es sowieso trotz aller politischen schönwetterbeteuerungen keinerlei interesse, auch nicht von den tourimusverbänden im ötztal, im passeiertal und im schnalstal. einige der über meine initiative im bereich gurgl aufgestellten archäologischen kupferstelen sind vor drei jahren auf weisung des naturpark abgebaut und weggeschafft worden. ich will nicht länger zuschauen müssen, wie (meine) ideen verzögert, blockiert und zugrundegerichtet werden. aber ich werde im kommenden jahr ein kleines projekt starten können, das ich „DEET & DOO“ nenne und das sich mit aktuellen und historischen kontakten, mit verwandtschaflichen, sozialen und kulturellen beziehungen vor allem zwischen dem passeiertal, dem schnalstal und dem ötztal beschäftigt. ergänzend dazu wird annemarie doblander eine wissenschaftliche begleitstudie erstellen. und es ist zu hinterfragen, was die 20 jahre ALPENTÖNE in obergurgl bewirkt haben und wie es weitergehen soll, wie die in der gletscherwelt der ötztaler alpen spielenden opern von krenek („jonny spielt auf) und von catalani („la wally“) „genutzt“ werden könnten. wohin mit „ARTE VENT“? wohin  und wie weiter mit der von mir im jahre 1997 gestarteten schriftenreihe des ÖTZTAL-ARCHIV? (vgl. www.cultura.at/oetztalarchiv). wohin generell mit dem Ötztal-Archiv als grundbestand des „GEDÄCHTNISSPEICHER“ im museum in längenfeld-lehn? kann es dort zusammen mit tourismus, gemeinden, pro vita alpina, naturparke usw. das kulturelle zentrum für das „haus der natur & kultur“ geben? kann dort eine alpenweite forschungs- und dokumentationsstelle z.b. für minderheiten,dialekte, kulturtourismus und berglandwirtschaft aufgebaut werden? das wäre die konsequente weiterführung der pro-vita alpina-ALPENAKADEMIE.

und noch einmal zur mundart, zum dialekt: die umfangreichste sprachwissenschaftliche forschung über eine region, über eine talschaft in österreich ist wieder in wien zum vorschein gekommen. es sind ca. 630 seiten über die ÖTZTALER MUNDART, als die „älteste sprache österreichs“, verfaßt von prof.eberhard kranzmayer zwischen 1942 und 1944. im jahre 2011 planen wir eine dokumentation und eine präsentation. darauf freue ich mich. eppan decht!

sehr betroffen gemacht hat mich, wie das land tirol das von mir mitinszenierte kulturgasthaus „bierstindl“ in innsbruck fallen hat lassen. dann ist das ende gekommen. ich habe unsere reichen schätze, so ca. 8000 bücher, hunderte schallplatten, nahezu 2000 kassetten usw. nach ötztal-bahnhof und z.t. nach längenfeld-lehn verfrachtet. vieles beginnt wieder und wird weiterleben. was mich in der asche mit den glutresten noch erwärmt, wird wieder zum feuer.

besser wirds wohl sein, ich verziehe mich verstärkt hinter meine literatur, schreibe und denke ötztalerisch, bin zwischendurch alpenweit unterwegs, sammle und forsche in vielen teilen der alpen, bevorzugt bei benachteiligten minderheiten und modellen des „neuen lebens“, ganz im sinne unserer „alpenakademie“ von pro vita alpina. zweimal oder dreimal im jahr verschicken wir – tochter barbara und ich – per e-mail an alpenweit ausgewählte initiativen und personen die „pro-vita-alpina-spezial“; immer mit viel resonanz und wichtigen reaktionen. meine planungen für neue aktionen und literaturprojekte reichen für die kommenden zwanzig jahre. eppan wöll und joo nit lugge losssn! pfiet enk! euer hans haid

siehe auch www.cultura.at/haid / www.cultura.at/oetztalarchiv und www.similaun.at!

prof.dr.hans haid/ riedernstr. FVJ 1, 6430 ötztal / haid.roale@netway.at / 0664-73 65 70 77
(venterstr.2,„roale“, 6450 sölden) roale & ötztal-bahnhof am 8. dezember 2010